| Dossier Maurice Rollinat |
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MAURICE ROLLINAT (1846 - 1903)
BIOGRAFIE AUF DEUTSCH |
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Maurice Rollinat, geboren am 29. Dezember 1846 in Châteauroux (Frankreich), gestorben am 26. Oktober 1903 in Ivry-sur-Seine (Frankreich), war ein französischer Dichter, Musiker und Interpret.
Sein Vater François Rollinat war Anwalt und ein enger Freund von George Sand. Maurice stammte aus einem gebildeten Milieu. Schon früh begann er, Klavier zu spielen, was ihm leicht zu fallen schien. Seine Ferien verbrachte er gerne im Landhaus seiner Eltern in Ceaulmont im Département Indre – ein echtes Paradies für den kleinen Maurice. Sein Vater brachte ihm auf ihren gemeinsamen Spaziergängen bei, wie man die Natur beobachtet.
Nach dem Abitur vermittelten ihm seine Eltern eine Anstellung als Kanzlist bei einem Rechtsanwalt in Châteauroux und anschließend bei einem Notar in Orléans im Département Loiret. Sein Traum war jedoch, Dichter zu werden.
Die Lieblingsautoren seiner Jugendzeit waren Jean de La Fontaine, Vergil, Victor Hugo und natürlich George Sand. Später entdeckte er Charles Baudelaire und Edgar Allan Poe, die seine Dichtkunst stark beeinflussten.
Der Krieg von 1870-1871 führte Maurice Rollinat wieder nach Châteauroux zurück. Im Juni 1871 begab er sich nach Paris und verrichtete diverse Gelegenheitsarbeiten. Dank George Sand und Emmanuel Arago fand er im Pariser Rathaus eine Anstellung im Büro für die Wiederherstellung des Personenstands. Anschließend bestand er das Auswahlverfahren für Verwaltungsangestellte und wurde ins Zivilstandsamt des 7. Arrondissements berufen.
Sein Traum war jedoch, seine Werke zu veröffentlichen. George Sand, die als seine «literarische Ziehmutter» bezeichnet wurde, ermutigte ihn, empfahl ihm jedoch eindringlich, eher Kindergedichte zu verfassen. 1877 veröffentlichte er seine erste Gedichtsammlung Dans les brandes.
Am 19. Januar 1878 heiratete Maurice Rollinat Marie Sérullaz, die Tochter eines Wertpapierhändlers aus Lyon. Eigentlich sollte er in Lyon im Département Rhône wohnen, kehrte jedoch regelmäßig nach Paris zurück. Im Oktober 1878 gehörte er zu den Gründern der von Émile Goudeau präsidierten Vereinigung Les Hydropathes.
Ende November 1881 eröffnete Rodolphe Salis das Kabarett Le Chat Noir, das Maurice Rollinat regelmäßig aufsuchte. Er trug dort seine Gedichte am Klavier vor und zog das Publikum völlig in seinen Bann.
Sarah Bernhardt wollte ihn kennenlernen und lud ihn deshalb am 5. November 1882 zu sich nach Hause ein. Dort war auch der berühmte Journalist Albert Wolff zugegen und veröffentlichte am 9. November 1882 auf der ersten Seite der Zeitung Le Figaro einen aufsehenerregenden Artikel mit dem Titel «Courrier de Paris».
Seine Gattin Marie ertrug seinen Umgang mit Persönlichkeiten aus der Welt der Literatur nicht mehr, sodass sich das Ehepaar im Februar 1882 endgültig trennte. Dadurch konnte er seinen zweiten Band Les Névroses frei nach seinem Gutdünken erarbeiten. Als dieser im Februar 1883 schließlich erschien, wurde er mit einem Schlag berühmt.
Jede Medaille hat jedoch auch eine Kehrseite: In diversen Artikeln wurde er als Komödiant oder Plagiator von Edgar Allan Poe und Chalres Baudelaire bezeichnet. Oft plagten ihn Kopfschmerzen und Migräne sowie Magendarmbeschwerden. Er galt als Abstinenzler, war aber in den Bars und Salons gezwungen, alkoholische Getränke wie Absinth, Bier und Wermut zu trinken, was seiner Gesundheit nicht zuträglich war. Außerdem ermüdeten ihn zweifellos auch die vielen Einladungen nach dem in der Zeitung Le Figaro erschienenen Artikel und der Veröffentlichung seines Buchs Les Névroses. Ende Juni 1883 war Maurice Rollinat entsprechend ernüchtert. Er fürchtete um seine Gesundheit und beschloss, Paris zu verlassen.
Mitte September 1883 ließ er sich zusammen mit Cécile Pouettre zuerst in Puy-Guillon und im März 1884 in La Pouge in der Gemeinde Fresselines im Département Creuse nieder. Fast 20 Jahre lang führte er ein ruhiges Leben und empfing seine Freunde in großer Einfachheit. Von Februar bis Mai 1889 besuchte ihn Claude Monet und brachte 23 Bilder von dieser Reise mit. 1895 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.
In dieser Zeit schrieb Maurice Rollinat die vier Gedichtbände L’Abîme (1886), La Nature (1892), Les Apparitions (1896) und Paysages et Paysans (1899) sowie das Prosawerk En Errant (1903). Zahlreiche unveröffentlicht gebliebene Texte und Gedichte erschienen postum in drei weiteren Büchern: Ruminations (1904), Les Bêtes (1911) und Fin d’Œuvre (1919).
Maurice Rollinat war jedoch auch Musiker. Er schrieb seine Kompositionen allerdings nicht selbst nieder und musste Notenkopisten beauftragen. Insgesamt wurden 137 Partituren veröffentlicht.
1903 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 24. August starb seine Lebensgefährtin Cécile Pouettre in Paris, und zwar nicht wie oft behauptet an Tollwut, sondern zweifellos an den Morphiumspritzen, die sie sich gegen ihre Schmerzen verabreichte. Sein Freund Eugène Alluaud lud ihn zu sich nach Crozant im Département Creuse ein, bevor er ihn Anfang Oktober zusammen mit Léo d’Ageni, der zu jener Zeit für die Niederschreibung der Musikpartituren vor Ort war, nach Limoges im Département Haute-Vienne mit, wo er sie in einer kleinen Wohnung in der Nähe seines Domizils unterbrachte. Des Leidens überdrüssig versuchte Maurice Rollinat, sich mit einem kleinen Revolver das Leben zu nehmen, zog sich dabei aber lediglich eine leichte Verletzung am Mund zu. Am 21. Oktober 1903 wurde er in einem Krankenhaus in Ivry aufgenommen, wo er am 26. Oktober 1903 vermutlich an Darmkrebs verstarb. Er wurde auf dem Friedhof Saint-Denis in Châteauroux beerdigt.
Bibliografie: Régis Miannay, Maurice Rollinat, Poète et Musicien du Fantastique, Imprimerie Badel, Châteauroux, 1981, XVII + 596 Seiten.
Internet: Website der Association des Amis de Maurice Rollinat.
Benoît Kremer.
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